Aktuelles
Thyssen Schachtbau weiterhin im Gremjatschinskij-Schachtbauprojekt der EuroChem involviert
In der aktuellen Ausgabe unseres „Thyssen Mining Report 2010“ haben wir bereits ausführlich über das Gefrierschachtprojekt für den russischen Mineral- und Chemiekonzern MCC EuroChem OJSC (EuroChem) berichtet.
Die weltweite Finanzkrise hat mittlerweile Auswirkungen auf dieses höchst anspruchsvolle und schwierige Gefrierschachtprojekt gezeigt: Die gefallenen Roh-stoffpreise haben EuroChem gezwungen Kosten einzusparen. Die Notwendigkeit, den Schacht innerhalb kürzester Zeit fertig zu stellen, hat für den Auftraggeber nicht mehr oberste Priorität.
EuroChem hat sich entschieden, im Schacht für die Durchführung der Schachtteufarbeiten weitestgehend eigenes Personal und eigene Ressourcen einzusetzen. EuroChem bleibt jedoch weiterhin an einer langfristigen Zusammenarbeit und strategischen Partnerschaft mit Thyssen Schachtbau GmbH interessiert.
Die Vergabe solch großer Schachtbauaufträge für neu zu errichtende Bergwerke an ausländische Gesellschaften ist in Russland in den letzten 80 Jahren absolut präzedenzlos. Bemerkenswert ist, dass zu Projektbeginn im Jahre 2008 seitens EuroChem gleichzeitig vier große ausländische Auftragnehmer herangezogen wurden. Es sind das kanadische Ingenieurbüro Hatch, die südafrikanische Firma Shaft Sinkers (Pty) Ltd, das weißrussische Projektinstitut Belgorhimprom und die Thyssen Schachtbau GmbH.
Das Kali-Bergwerk Gremjatschinskij soll das erste Bergwerk von EuroChem werden. Das Unternehmen arbeitet intensiv an der Erschließung weiterer Kali-Abbaustätten in und außerhalb Russlands. Unter anderem sollen in der Region Perm und in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan Kalibergwerke errichtet werden.
Innerhalb von 7 Monaten, und zwar vom 12.02.2009 bis 27.08.2009, wurden am Produktionsschacht Gremjatschinskij 48 Gefrierbohrungen mit einem Bohrdurch-messer von 8 ½“ und einer Teufe von 520 m hergestellt, die zusammen genommen einer Gesamtteufe von beinahe 26.000 m innerhalb eines Zielkreises von 1,2 m entsprechen. Hierbei kam die modernste Richtbohr- und Messtechnik, das MWD-System, zum Einsatz. Darüber hinaus wurden abschnittsweise Kerne im Seilkernverfahren in einer Teufe zwischen 157 und 529,5 m gewonnen. Insgesamt 150 m Kerne für die Nachuntersuchungen, die für die darauffolgenden Gefrierarbeiten von großer Bedeutung waren, wurden dabei erbohrt.
Die Bohrarbeiten wurden rund um die Uhr durchgeführt, es hat keinen betrieblichen Unfall unter unserem Personal gegeben. Während der Bohrarbeiten haben wir bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigt. 20 davon kamen aus dem naheliegenden Ort Piemeno Tscherni, sie integrierten sich schnell in unsere Mannschaft und zeigten hohe Motivation sowie Lernfähigkeit im Umgang mit der technologisch anspruchsvollen Bohrtechnik.
Auch die bisherige Zusammenarbeit mit der russischen Bergbehörde, unab-hängigen Gutachtern, Zertifizierungsstellen und dem russischen Zoll kann als erfolgreich und positiv bezeichnet werden. Die bis jetzt gesammelten Erfahrungen haben uns als deutsches Unternehmen, das auf dem russischen Markt agiert, nur gestärkt.
Die derzeitige Zusammenarbeit mit EuroChem am Produktionsschacht Gremjatschinskij besteht aus der Durchführung und Steuerung der Gefrierarbeiten und aus der Lieferung und Montage der Abteufeinrichtungen.
Ausschlaggebend für die langfristige Perspektive der Thyssen Schachtbau GmbH bei der EuroChem sind Know-how in der Technik sowie motiviertes, gut ausgebildetes und flexibles Personal.
EuroChem hat Interesse an der Teilnahme von Thyssen Schachtbau GmbH als kompetentem Berater und Auftragnehmer in anderen Schachtbauprojekten des wachsenden Chemiekonzerns. Es ist unter anderem unsere Kompetenz in Bereichen wie technische Planung, Gefrierlochbohren, Maschinenlieferung, Betrieb der Gefrieranlagen und Abteufeinrichtungen sowie Projektmanagement und Logistik gefragt.
Die Thyssen Schachtbau GmbH konnte bis jetzt ein Höchstmaß an Fach-kompetenz, Flexibilität und hohe Arbeitssicherheitsstandards auf dem russischen Markt unter Beweis stellen. Wir sind der Überzeugung, dass sich die gute Zusammenarbeit auch in den kommenden Jahren in den Bergwerksprojekten der EuroChem für beide Seiten mit Erfolg fortsetzen wird.
Mülheim an der Ruhr, April 2010
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